DATE
9.1.2026
AUTHORS
TOPICS
Best Practices
Software
Strategy
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Die kürzliche Übernahme des deutschen Softwareanbieters Plan A mit über 350 Kundenunternehmen durch Diginex ist ein weiterer Baustein eines sich schon im gesamten Kalenderjahr 2025 abzeichnenden Trends.
Der ESG-Solutions-Markt steht an einem Wendepunkt. Nach Jahren regulatorisch getriebener Expansion – ausgelöst durch CSRD, EU-Taxonomie, Lieferkettenregulierung und steigenden Kapitalmarktdruck – beginnt nun eine Phase, die weniger verzeihend ist als die Aufbaujahre: Selektion.
Was lange als Innovationsvielfalt gefeiert wurde, zeigt zunehmend seine Kehrseite. Unternehmen verfügen heute nicht über zu wenige ESG-Tools, sondern über zu viele. Und vor allem über zu viele Lösungen, die isoliert funktionieren, methodisch schwer erklärbar sind oder bei Prüfungen, Investitionsentscheidungen und Management-Diskussionen an ihre Grenzen stoßen.
In den letzten fünf Jahren wurde Nachhaltigkeitssoftware primär als Antwort auf Regulierung entwickelt. Das war notwendig – aber nie das Zielbild. Der Markt bewegt sich nun sichtbar weiter: weg von punktueller Pflichterfüllung, hin zu integrierten Systemen, die Nachhaltigkeit mit Finance, Risiko, Einkauf und Strategie verzahnen.
Eine breit angelegte Marktanalyse von über 400 ESG- und Sustainability-Anbietern zeigt diesen Übergang deutlich: Compliance → Integration → Performance. Anbieter, die Nachhaltigkeit lediglich dokumentieren, verlieren an Relevanz. Anbieter, die Daten integrieren, auditierbar machen und für Entscheidungen nutzbar machen, gewinnen strategisch an Bedeutung.
Aus der Perspektive unserer Nachhaltigkeitsberatung zeichnet sich ein klares Muster ab, das sich quer durch verschiedenste Branchen zieht: Viele ESG-Tools sind funktional beeindruckend – aber strategisch nahezu wirkungslos. Sie können berichten, aber nicht erklären. Sie liefern Zahlen, aber keine Prioritäten. Und sie funktionieren solange, bis Wirtschaftsprüfer, Finanzbereiche oder Vorstände beginnen, kritische Fragen zu stellen. Software verkommt so perspektivisch zu besseren Storage- und Task Management-Lösungen.
Die unbequeme Wahrheit dabei ist: ESG-Software wurde lange für Nachhaltigkeitsabteilungen gebaut, nicht für die Unternehmenssteuerung. Genau hier setzt die derzeitige Marktbereinigung an.
Ein Unternehmen sollte potenzielle ESG-Tools nicht mehr primär nach Funktionslisten bewerten, sondern nach ihrer Fähigkeit, vorab definierte Managementfragen zu beantworten:
Was bedeutet eine erhobene Kennzahl für Risiko, Investitionen und Zielerreichung?
Kaum ein ESG-Tool kommt heute ohne „AI-enabled“-Label aus. In der Praxis bleibt der Einsatz jedoch häufig ernüchternd. KI wird überwiegend genutzt für Automatisierung: Datenimporte, Plausibilitätsprüfungen, einfache Textgenerierung. Das ist effizient – aber nicht transformativ.
Wirklich wertschöpfende KI-Anwendungen, etwa für Szenarien, Prognosen oder Entscheidungsunterstützung, sind bislang selten. Der Grund liegt nicht in fehlender Technologie, sondern in fehlender Governance: belastbare Trainingsdaten, nachvollziehbare Modelle und klare Verantwortlichkeiten sind im ESG-Kontext zwingend – insbesondere unter Prüfungs- und Haftungslogiken.
Die aktuelle KI-Integration in ESG-Software ist meist nicht mehr als ein „Smart Wrapper“ für klassische Datenautomatisierung. Marketing-Labels wie AI-supported oder AI-enabled beziehen sich häufig auf:
Die seit Jahren erwartete Konsolidierung des ESG-Tech-Marktes ist keine Zukunftsprognose mehr, sondern eine ökonomische Realität. Drei Faktoren treiben diese Entwicklung:
Der ESG-Software- und Nachhaltigkeits-Tech-Markt 2025 zeigt klare Anzeichen einer strukturellen Konsolidierung, die sich bereits in konkreten Transaktionen und Marktwert-Prognosen ablesen lässt. So hat der Nachhaltigkeits-RegTech-Anbieter Diginex im Dezember 2025 eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme von Plan A (plana.earth) unterzeichnet, um eine integrierte ESG- und Carbon-Management-Plattform aufzubauen – ein Schritt, der exemplarisch für den Trend zur Plattformbildung steht, bei dem Reporting, CO₂-Accounting und Lieferkettentransparenz in einem Produkt vereint werden.
Marktdaten untermauern diesen Trend: Der globale Markt für ESG- und Carbon-Management-Software wird für 2025 auf rund USD 16 Mrd. geschätzt, mit Prognosen, die bis 2030 ein Verdoppeln (ca. USD 32 Mrd.) und bis 2032 ein Vielfaches (>USD 100 Mrd.) erwarten lassen – getrieben durch regulatorische Anforderungen und Scope-3-Transparenzanforderungen.
Parallel finden sich übergreifende M&A-Listen, die mehrere ESG-Software-Deals im Jahr 2025 offen dokumentieren, z. B. die Akquisition von Datia durch Connect Earth im ESG-Reporting-Segment oder One Click LCA‘s Erwerb von Pre Sustainability-Software – konkrete Beispiele für regionale Konsolidierungsbewegungen im ESG-Tech-Bereich.
Während der Gesamt-M&A-Markt 2025 in einigen Segmenten rückläufig war, zeigt sich im Software-und IT-Bereich weiterhin eine aktive Private-Equity-Beteiligung, die auch Nachhaltigkeits- und ESG-Software strategisch adressiert und damit das Marktinteresse an integrierten Lösungen bestätigt.
Die Konsolidierung des ESG-Tech-Marktes ist somit kein Trend: Sie ist eine ökonomische Realität, belegbar durch konkrete Deals und Marktdaten.
Konsolidierung wird häufig als Zeichen eines überhitzten Marktes interpretiert. Aus meiner Sicht ist sie das Gegenteil: ein Zeichen von Reife. Der ESG-Markt sortiert sich gerade selbst. Lösungen, die keinen echten Beitrag zur Unternehmenssteuerung leisten, werden verschwinden oder aufgekauft. Das ist kein Verlust – sondern eine Voraussetzung dafür, dass Nachhaltigkeit wirtschaftlich wirksam wird.
Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, ESG-Architekturen strategisch zu überprüfen – bevor Tool-Entscheidungen durch M&A, Preisanpassungen oder Produktabkündigungen extern erzwungen werden. ESG-Lösungen - ob mit oder ohne KI - sind nur dann strategisch relevant, wenn sie:
Die Auswahl von ESG-Software ist kein IT-Projekt mehr. Sie ist eine Architekturentscheidung mit langfristigen Konsequenzen für Datenqualität, Prüfungsfähigkeit und Managementfähigkeit. Unternehmen sollten ESG-Systeme künftig wie Finanz- oder Risikosysteme behandeln – mit klaren Anforderungen an Integration, Governance und Nutzen.

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