DATE
17.10.2026
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Ratings & certifications
Climate management
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Eine ISO-14064-Verifizierung ist die unabhängige Prüfung einer Treibhausgasaussage nach ISO 14064-3. Geprüft wird nicht das Unternehmen, sondern die berichteten Zahlen: ob sie wahrheitsgemäß dargestellt und durch Nachweise gedeckt sind. Dieser Beitrag ordnet ein, was die Verifizierung leistet, wie sich Limited und Reasonable Assurance unterscheiden, woran Sie eine geeignete Prüfstelle erkennen und warum sie die CSRD-Prüfung nicht ersetzt.
Stand: Oktober 2026. Der Normenstatus entspricht den ISO-Seiten vom 6. Oktober 2026, die CSRD-Angaben der Omnibus-Richtlinie (EU) 2026/470 vom 26. Februar 2026.
Geprüft wird die Treibhausgasaussage, also die berichteten Emissionen und Entnahmen samt Systemgrenzen, Methodik und Datengrundlage. ISO 14064-3:2019 legt dafür Grundsätze, Anforderungen und Anleitung fest und gilt für Organisationen, Projekte und Produkte (Quelle: ISO, ISO 14064-3:2019). Für Unternehmensbilanzen ist der übliche Bezugsrahmen ISO 14064-1:2018; einen Überblick über die drei Teile der Norm finden Sie in unserem Glossareintrag zu ISO 14064.
Verifizierung bestätigt, dass eine bereits berichtete Aussage wahrheitsgemäß dargestellt ist. Validierung bestätigt, dass eine Aussage über eine beabsichtigte künftige Nutzung plausibel ist (Quelle: ISO/IEC 17029:2019).
Nach Darstellung eines Verifizierungsdienstleisters lassen sich auch Aussagen prüfen, die nicht nach ISO 14064-1 erstellt wurden, sondern nach einem anderen anerkannten Berichtsrahmen (Quelle: Glocert International, Sekundärquelle). Eine Bilanz nach ISO 14064-1 ist demnach keine Voraussetzung. Klären Sie das trotzdem vorab mit der Prüfstelle, denn sie legt fest, gegen welche Kriterien sie prüft.
Im Sprachgebrauch ist oft von „ISO-14064-Zertifizierung“ die Rede. Das Ergebnis der Prüfung ist jedoch eine Verifizierungserklärung zur Treibhausgasaussage (Quelle: Glocert International). Verifiziert werden die Zahlen; ein Managementsystem-Zertifikat wie bei ISO 14001 entsteht dabei nicht. Das ist unsere Einordnung, und sie ist für die Erwartungen Ihrer Kunden wichtig: Wer „zertifiziert“ verspricht, muss sagen, was genau geprüft wurde.
Bei Limited Assurance gibt der Verifizierer ein moderates Maß an Sicherheit, bei Reasonable Assurance ein hohes, aber nicht absolutes. Der Unterschied liegt in der Prüftiefe: Limited stützt sich stärker auf Befragungen, analytische Prüfungen und Plausibilitätschecks, Reasonable auf detaillierte Datenprüfung, Nachrechnen, Standortbesuche und Gegenbelege (Quelle: Glocert International).
Quelle: Glocert International, Sekundärquelle, abgerufen am 6. Oktober 2026. Die Zeile „Aufwand für Sie“ ist unsere Ableitung aus der Prüftiefe.
Prüftiefe, Umfang und Wesentlichkeit werden zu Beginn des Auftrags festgelegt. Unsere Empfehlung: Fragen Sie zuerst den Adressaten, welche Sicherheit er verlangt, und holen Sie erst dann Angebote ein. Ein Angebot für die falsche Prüftiefe ist entweder zu teuer oder für den Zweck zu schwach.
Verifizieren sollte eine unabhängige Stelle, die nach ISO 14065:2020 akkreditiert ist. ISO 14065 stellt Anforderungen an Stellen, die Treibhausgasaussagen validieren und verifizieren. Die Fassung von 2020 ist die dritte Edition und wird zusammen mit ISO/IEC 17029 angewendet; eine Akkreditierung nach der neuen Fassung setzt die Akkreditierung nach ISO/IEC 17029 voraus (Quelle: IAF, ISO 14065:2020 published).
In Deutschland ist die DAkkS die nationale Akkreditierungsstelle. Sie akkreditiert Validierungs- und Verifizierungsstellen nach DIN EN ISO/IEC 17029 (Quelle: DAkkS, Akkreditierungsurkunde D-VS-16006-01-00, Beispiel einer Urkunde). Eine solche Urkunde allein genügt nicht: Prüfen Sie, ob der Geltungsbereich Treibhausgasaussagen abdeckt. Die Urkunde im Beispiel nennt ISO 14065 und Treibhausgase nicht ausdrücklich.
ISO 14065 adressiert unter anderem Unparteilichkeit, Kompetenz, Ressourcen und Qualitätssicherung der Stelle (Quelle: Glocert International). Daraus folgt in der Praxis, und das ist unsere Auslegung: Wer Ihre Bilanz berechnet hat, sollte sie nicht verifizieren. Five Glaciers Consulting erstellt Treibhausgasbilanzen und prüft sie auf Plausibilität und Methodik; die Verifizierungserklärung nach ISO 14064-3 stellt eine unabhängige, akkreditierte Stelle aus.
Eine Verifizierung folgt typischerweise sechs Schritten: Auftragsplanung, Risikobewertung, Analyse des Emissionsprofils, Nachweiserhebung, Bewertung der Nachweise und Verifizierungserklärung (Quelle: Glocert International, Sekundärquelle). Eine feste Dauer nennt weder die Norm noch diese Quelle. Lassen Sie sich den Zeitplan deshalb im Angebot der Prüfstelle bestätigen.
Unsere Empfehlung für die Vorbereitung, abgeleitet aus dem Ablauf: Je besser die Nachweise geordnet sind, desto weniger Rückfragen entstehen in Schritt vier.
Die Bilanz selbst erstellen wir im Rahmen der Klimabilanz für Unternehmen (CCF); die Vorbereitung auf eine externe Prüfung begleiten wir im Themenfeld ISO-Zertifizierung.
Nein. Die CSRD verlangt die Prüfung der Nachhaltigkeitsberichterstattung insgesamt, nicht einer einzelnen Treibhausgasaussage, und sie folgt eigenen Prüfstandards. Die Omnibus-Änderungsrichtlinie (EU) 2026/470 wurde am 26. Februar 2026 im Amtsblatt der EU veröffentlicht. Sie hebt die Schwellen auf mehr als 1.000 Beschäftigte und mehr als 450 Mio. Euro Nettoumsatz. Die Mitgliedstaaten müssen die CSRD-Änderungen bis zum 19. März 2027 umsetzen, der neue Anwendungsbereich gilt für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2027 beginnen (Quelle: Kleeberg, Omnibus-Änderungen im EU-Amtsblatt, Sekundärquelle).
Zur Prüfung selbst: Sie bleibt bei begrenzter Sicherheit. Die zunächst geplante Prüfung mit hinreichender Sicherheit entfällt nach dem Stand der Einigung vom 16. Dezember 2025 (Quelle: Rödl & Partner, Einigung im Omnibus-Verfahren, Sekundärquelle). Prüfen Sie den Text der nationalen Umsetzung, sobald er vorliegt.
Unsere Einschätzung: Eine ISO-14064-Verifizierung kann als zusätzlicher Nachweis zur Treibhausgasbilanz dienen. Ob und wie Ihr Prüfer sie bei der CSRD-Prüfung berücksichtigt, entscheidet er im Einzelfall. Stimmen Sie das früh mit ihm ab, bevor Sie eine zweite Prüfung beauftragen.
An der Gültigkeit vorerst nichts. ISO 14064-1:2018 wurde 2024 bestätigt und bleibt gültig; ISO 14064-3:2019 wurde im August 2024 bestätigt. Für ISO 14064-1 läuft allerdings die Überarbeitung, ein Arbeitsentwurf (ISO/WD 14064-1.2) ist in Entwicklung (Quellen: ISO, ISO 14064-1:2018 und ISO, ISO 14064-3:2019).
Für die gemeinsame Norm von GHG Protocol und ISO ist laut unserem Beitrag vom September 2026 die Konsultation im zweiten Quartal 2027 und die Veröffentlichung im vierten Quartal 2028 vorgesehen; bis dahin bleiben die bestehenden Standards gültig (Quelle: Five Glaciers Consulting, GHG Protocol und ISO: Ein einheitlicher Standard). Unsere Empfehlung: Halten Sie in der Treibhausgasaussage fest, nach welcher Fassung Sie bilanziert haben. Das erleichtert jede spätere Umstellung und jede Folgeverifizierung.
Eine Pflicht zur Verifizierung ergibt sich aus ISO 14064 selbst nicht. Die Norm ist programmneutral; zusätzliche Anforderungen können entstehen, wenn Sie an einem bestimmten Treibhausgasprogramm teilnehmen (Quelle: ISO, ISO 14064-1:2018). Die folgenden Punkte sind unsere Einschätzung, keine Normvorgabe.
Diese Vorstufe bieten wir als Validierung von Carbon Footprint und Klimazielen an. Sie ersetzt die Verifizierungserklärung einer akkreditierten Stelle nicht.

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